Heike Taubert

Für Menschen mit Behinderung in Leichter Sprache erklärt. Finanzministerin Heike Taubert präsentiert neuen Wegweiser

Allgemein

Finanzministerin Heike Taubert hat in der Regierungsmedienkonferenz den „Steuer-Wegweiser für Menschen mit Behinderung in Leichter Sprache“ vorgestellt. Zur Präsentation waren auch die Beteiligten des CJD Erfurt (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.) zu Gast. Das Büro für Leichte Sprache hat den Text übersetzt und auf Verständlichkeit geprüft.

„Die Broschüre richtet sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen, die nicht so gut lesen können. Auf 35 Seiten werden steuerliche Regelungen für Menschen mit Behinderungen in kurzen Sätzen, mit einfachen Wörtern und lebensnahen Bildern vermittelt. Schwierige Wörter werden erklärt und zusammengesetzte Wörter mit Bindestrich optisch getrennt. Das erleichtert das Textverständnis. Die Broschüre bietet Menschen mit Behinderungen eine gute Möglichkeit selbst zu verstehen, was sie steuerlich geltend machen können“, sagt Heike Taubert.

Eine erste Reaktion gab es bereits vom Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen des Freistaats, Joachim Leibiger, der die Broschüre als sehr gelungen lobte. „Ich fordere auch künftig verstärkte Anstrengungen zur Schaffung von Barrierefreiheit in allen Bereichen des Zusammenlebens, insbesondere Veröffentlichungen in Leichter Sprache.“

Während der Entwicklung des Steuerwegweisers wurde der Text immer wieder vom Prüferteam des CJD Erfurt gelesen und kontrolliert. „Um nicht in gewohnte Sprachmuster zu fallen, ist es wichtig, die geschriebenen Texte immer wieder durch Menschen mit Lernschwierigkeiten gegenlesen zu lassen. Nur so können wir sagen, dass der Text am Ende auch leicht verständlich ist“, weiß die Finanzministerin.

Durch komplizierte Texte bleiben Menschen mit Lernschwierigkeiten viele Informationen verschlossen. Daraus erwachsen häufig Benachteiligungen, denn nur wer über notwendige Informationen verfügt, kann eigenverantwortlich Entscheidungen treffen. „Vor diesem Hintergrund verstehen wir Informationen in Leichter Sprache als einen Schlüssel zur Chancengleichheit. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagt Dr. Nancy Brack, Leiterin des Büros für Leichte Sprache.

Die Broschüre steht auf der Homepage des Thüringer Finanzministeriums zum Download bereit. https://finanzen.thueringen.de/themen/steuern/publikationen/

Printexemplare liegen außerdem in den zwölf Thüringer Finanzämtern zur kostenfreien Mitnahme aus.

Die Finanzministerin ist für eine schnelle Ausweitung barrierefreier Angebote im Freistaat: „Sowohl im Netz als auch im Printbereich müssen wir die barrierefreien Angebote weiter ausbauen. Nur so können wir dem Recht auf umfassende Information für Menschen mit Handicap gerecht werden. Die Broschüre leistet einen wichtigen Beitrag dazu.“

Hintergrund

In der EU-Behindertenrechtskonvention ist das Recht auf Informationen in zugänglichen Formaten verankert. Das Behindertengleichstellungsgesetz und die BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) regeln die Barrierefreiheit von Printdokumenten und Webangeboten auf Bundesebene.

Auch die Landesverwaltung im Freistaat will ihre Web- und Printangebote mehr und mehr barrierefrei gestalten. Das ThürGiG (Thüringer Gesetz zur Inklusion und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen) verpflichtet die Träger der öffentlichen Gewalt im Freistaat mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in Leichter Sprache zu kommunizieren. Außerdem ist im ThürBarrWebG (Thüringer Gesetz über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen) geregelt, dass öffentliche Stellen im Freistaat Websites und mobile Anwendungen auch barrierefrei gestalten müssen.

 
 

Unsere Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser