Heike Taubert

Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern

Internationales


Heike Taubert bei ihrer Rede im Festsaal des Erfurter Rathauses (Foto: TFM)

Die Thüringer Finanzministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin Heike Taubert am Montag die Gedenkveranstaltung mit Ausstellungseröffnung "Armenien - ein Land am Rande Europas" eröffnet. Zum Musikalisch-Literarischen Abend unter dem Titel „Das Weinen bleibt in der Luft – Anlässlich des 100. Jahrestages des Völkermordes 1915“ war auch der Botschafter der Republik Armenien Ashot Smbatyan anwesend. Die Gedenkveranstaltung ist eine Kooperation der Deutsch-Armenischen Gesellschaft und der Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen.

Heike Taubert sagte vorab: „Am 1. Juni 1915 trat das Deportationsgesetz in Kraft und der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts nahm seinen unheilvollen Lauf. Beim Genozid an den Armenierinnen und Armeniern kamen von den zwei Millionen Armeniern, die 1915 im Osmanischen Reich lebten, bis zu eineinhalb Millionen bei den Verfolgungen ums Leben. Ein Menschheitsverbrechen, das bis heute nicht gesühnt wurde.“

Laut Stellvertretender Ministerpräsidentin verdienen es die Opfer der armenischen Katastrophe, dass die Verbrechen an ihrem Volk aufgearbeitet werden. „Die türkische Regierung räumt die Massaker zwar ein, lehnt aber den Begriff des Völkermords ab. Hier muss Ankara unbedingt einen Sinneswandel vollziehen. Auch wir Deutschen haben uns mitschuldig gemacht. Kein anderer Staat hatte damals so viel Einblick in die Entwicklung der Ereignisse wie das deutsche Kaiserreich und blieb dennoch untätig.“

Das Gedenken an die Opfer sei stets eine Mahnung, aus dem historischen Rückblick Lehren für die Zukunft zu ziehen. „Der Völkermord an den Armeniern tut weh, noch immer. Mit Veranstaltungen wie dieser wollen wir dem Vergessen entgegenwirken. Wir wollen nicht vergessen, heute nicht und nicht in Zukunft. Und wir wollen wachsam sein. Diktatoren, Regierungen oder Terrorgruppen, die sogenannte ethnische Säuberungen für legitim halten, dürfen nicht auf Ignoranz oder Vergessen hoffen. Sie müssen geächtet und zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Heike Taubert.

Das Grußwort der Abgeordneten und Ministerin können Sie hier nachlesen.

 
 

Unsere Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser

 

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