Heike Taubert

Private Förderschulen sind wichtiger Baustein

Bildung & Kultur

Heike Taubert übergibt ein Buchgeschenk an einen Schüler, Lehrerin Frau Schobert und Schulleiter Dr. Wolfgang Gündel

„Es beschäftigt uns sehr, wie es künftig mit den privaten Förderzentren in Thüringen weitergeht“, brachte Dr. Wolfgang Gündel am Montag im Gespräch mit Heike Taubert, Mitglied des Thüringer Landtages und Thüringer Finanzministerin, zum Ausdruck.

Der Leiter der Carolinenschule in Greiz-Obergrochlitz hat so manche Sorge bei den Planungen zur Integrierung des Förderschulgesetzes in das Schulgesetz und den damit verbundenen Änderungen.
„Uns soll zum Beispiel die Kompetenz zur Begutachtung genommen werden“, schüttelt er verständnislos den Kopf. Hier werde Fachkompetenz einfach ignoriert. So plädiert auch Peter Peikert, stellvertretender Schulleiter, für ein gemeinsames Agieren der staatlichen Begutachtung über das sogenannte TQB, welches in den Schulämtern angesiedelt ist, und den privaten Förderzentren. „Der Vorwurf, die privaten Förderzentren wollten sich nur ihre eigene Schülerzahl sichern, kann nicht nachempfunden werden“, empören sich die erfahrenen Pädagogen.
Wöchentlich berate und diagnostiziere man aus sonderpädagogischer Sicht drei bis vier Schüler aus dem Vorschul- und vor allem Grundschulbereich mit standardisierten Verfahren. „Wenn nur die staatlichen Stellen diese Anzahl der Begutachtungen in der hohen Qualität und mit der nötigen Erfahrung durchführen müssten, wäre ein deutlicher Stellenzuwachs nötig“, verdeutlicht Wolfgang Gündel die möglichen Auswirkungen.
„Das Ziel muss es sein, gemeinsam mit allen Vertretern zu reden“, fasst Heike Taubert zusammen. Es könne nicht sein, dass die privaten Förderzentren vom Schulamt von Beratungen ausgeschlossen würden. „Sie tragen einen wichtigen Teil in diesem Bereich der Bildungslandschaft bei und bringen sehr viel Fachwissen in den Prozess ein“, ist sich die Abgeordnete sicher.

Ein weiteres Problem sei die Ausbildung qualifizierter Förderschullehrer und die Nachqualifizierung von Erziehern zu Sonderpädagogischen Fachkräften. „Hier gibt es einen großen Bedarf, der durch mangelhafte Ausbildungsmöglichkeiten kaum gedeckt werden kann“, macht Peter Peikert klar. Die Diakonie habe nun in Eigenregie eine Fachausbildung auf die Beine gestellt und hofft auf eine baldige Anerkennung durch das Kultusministerium. Auch im Bereich des Aufbaustudiums Sonderpädagogik an der Uni Erfurt herrsche Unklarheit über den Beginn.

Heike Taubert versprach, sich mit dem Bildungsministerium in Verbindung zu setzen und für gemeinsame Gespräche zu werben.

Heike Taubert puzzelt mit einem Schüler.

Besuch im Geschichtsunterricht. Die Kinder haben sichtlich Freude am Lernen.

 
 

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