Heike Taubert

Spürbare Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung ab Juli

Arbeit & Wirtschaft

Ab 1. Juli 2014 werden auch für Thüringer Beschäftigte, Selbständige, Rentnerinnen und Rentner Leistungsverbesserungen im Rentenrecht spürbar.

Die Mütterrente ist sicher die umfangreichste Verbesserung des Rentensystems der letzten Jahre. Mütter und gegebenenfalls auch Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, werden pro Monat und Kind einen zusätzlichen Pauschalbetrag, der einem Rentenpunktwert entspricht, zur Rentenzahlung erhalten. Rund 345.000 Thüringer Frauen und auch einige Männer werden davon profitieren. Aber ich bleibe dabei, wenn wir nach 25 Jahren rentenrechtlich die Einheit vollenden wollen, dürfen Erziehungsleistungen nicht mehr unterschiedlich honoriert werden. Auf ein Jahr gerechnet betragen die Brutto-Aufschläge rund 343 Euro in den alten Bundesländern und rund 317 Euro in den neuen Ländern pro Kind. Bei drei Kindern summiert sich das auf 78 Euro.

Die Ost-West-Angleichung der Renten in dieser Legislaturperiode bleibt daher eine der wichtigsten Forderungen an die Bundesregierung. Die Reform muss jetzt angepackt werden. Ich bin gern bereit in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe mitzuarbeiten und dort gemeinsam Lösungen für die noch offenen Probleme zu erarbeiten. Gegebenenfalls sollte auch die Diskussion über die Einrichtung eines Härtefonds aufgegriffen werden, um bestehende Überführungslücken, wie zum Beispiel Rentenzuwendungen für nach DDR-Recht Geschiedene, ausgleichen zu können.

Für 5.500 bis 6.000 Thüringer wird es ab Juli 2014 möglich sein, eine abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte ab dem 63. Lebensjahr zu erhalten. Ich bin zufrieden, dass damit die gerade in der Zeit nach der Wiedervereinigung besondere Arbeitsmarktsituation in den neuen Bundesländern im Gesetz Berücksichtigung gefunden hat. Auf die nachzuweisenden 45 Arbeitsjahre werden Zeiten des Bezuges von Arbeitslosengeld I, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Übergangsgeld angerechnet. Auch Selbständige, insbesondere Handwerker, können sich für die abschlagsfreie Rente mit 63 entscheiden, wenn die 45-jährige Versicherungszeit durch mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge sowie freiwillige Versicherungsbeiträge erfüllt wird.

 
 

Unsere Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser

 

Reden im Landtag